Mit einer am vergangenen Wochenende gegründeten Landesarbeitsgemeinschaft Baden-Württemberg erschließt die „Kommunistische Plattform“ in der Partei DIE LINKE nun auch den letzten „weißen Fleck“ auf der bundesrepublikanischen Landkarte und verfügt somit flächendeckend über Landesstrukturen. Rund 30 Mitglieder der Partei - darunter auch Vertreter aus den oberschwäbischen Kreisverbänden Ravensburg und Sigmaringen - versammelten sich im Clara-Zetkin-Haus in Stuttgart-Sillenbuch, um Aufgabenfelder für die zukünftige Arbeit festzulegen sowie Sprecher und Vertreter in Gremien zu wählen.
Geprägt wurde die Debatte über weite Strecken von harscher Kritik an der Dominanz des Gewerkschafterflügels in der Landespartei. Dem wolle man ein inhaltliches Gegengewicht entgegensetzen und sich vor allem darauf konzentrieren, sozialistische Positionen in den innerparteilichen Diskurs einzuspeisen. Der Kampf gegen innerparteiliche Demokratiedefizite sei ebenso Tagesaufgabe von Kommunistinnen und Kommunisten im Südwesten, wie die Verankerung einer den Kapitalismus ablehnenden Grundhaltung in der Programmatik der Partei. In diesem Zusammenhang wurde ausdrücklich das Engagement des Jugendverbandes der Partei begrüßt, der auf dem Landesparteitag Ende Januar das Bekenntnis der Landespartei zur Systemüberwindung erstritten hatte.
Bei der Wahl des Sprecherrates sprachen die Anwesenden Renata und Herbert Eckhoff aus Geislingen mit klarer Mehrheit das Vertrauen aus, der Kommunistischen Plattform in Baden-Württemberg künftig vorzustehen. Herbert Eckhoff, der lange Zeit Mitglied der SPD war, erklärte in der Versammlung: „Ohne meine innere Einstellung über die letzten Jahrzehnte verändert zu haben, finde ich mich jetzt so weit am linken Rand unserer Partei wieder, dass ich die Organisation in der Kommunistischen Plattform für unerlässlich halte, um sozialistischen Positionen überhaupt noch Gehör zu verschaffen.“ Auf Bundesebene werden die KPF-Mitglieder im Südwesten künftig von Mirco Kolarczik vertreten, der drei Jahre lang Kreisvorsitzender in Ravensburg war und mittlerweile in Berlin studiert. Mit deutlicher Mehrheit wählte die Versammlung Kolarczik als ihren Vertreter im Bundeskoordinierungsrat der Kommunistischen Plattform.