Zurück zur Startseite

Nachrichten aus dem Kreisverband

17. Januar 2010 KV Ravensburg, Meldung, Presseecho

Loyalität gegenüber der Partei - nicht gegenüber Personen!

Auch wenn mich in inhaltlichen Fragen wenig mit Dietmar Bartsch verbindet, bedauere ich seinen jetzt erklärten Rückzug außerordentlich.  Denn bei aller Kritik war und ist Dietmar Bartsch ein kluger und eigenständiger Kopf in dieser Partei, was man schätzen sollte. Als solchem habe ich ihm bei der Wahl zum Bundesgeschäftsführer auf dem 1. Parteitag der LINKEN als Delegierter für Süd-Württemberg/Hohenzollern meine Stimme gegeben. Denn was nicht vergessen werden darf: Dietmar Bartsch ist vom Parteitag gewählt und nicht nur als Büroleiter der Parteispitze angestellt! Bislang war ich im Rahmen des Erwartungshorizonts mit seiner Arbeit zufrieden. Man sollte bei aller „Unersetzbarkeit“ von Personen vielleicht mal wieder zum Maßstab machen, wie loyal sich jemand gegenüber der Partei verhält – nicht gegenüber Einzelpersonen. Diesem Maßstab genügte Dietmar Bartsch aus meiner Sicht.

Viele der Kritiker von Dietmar Bartsch hingegen, die jetzt die Backen aufblasen, sollte die geneigte Parteiöffentlichkeit mal einem ähnlichen Test unterziehen. Dann würde sich z.B. für den Landesverband Baden-Württemberg und seine jetzt im Rahmen der Bartsch-Kritik hervorgetretenen Protagonisten schnell zeigen, dass ihre landesverbandsinterne Politik weniger auf die Entwicklung einer tatsächlich denkenden und Politik praktizierenden Partei gerichtet war, sondern vielmehr auf das Bedienen von sozialdemokratischen Seilschaften und das möglichst unkritische Einpassen in die BRD-Herrschaftsstrukturen. Nächstes Wochenende ist Landesparteitag in Ba-Wü – ich hoffe, dass das kritische Auge des ND wieder so ehrlich wie letztes Jahr berichtet!

Kurzum: Angesichts der Alternativen lieber einen Dietmar Bartsch, als abgehalfterte Sozialdemokraten. Meine schlimmsten Befürchtungen werden in dem Moment wahr, wenn ein recycelter Alt-SPDler zum Bundesgeschäftsführer unserer Partei gewählt wird. Oskar Lafontaines Personalpolitik im Saarverband lässt diesbezüglich leider wenig Gutes hoffen.